Mein alter Hund  


Irgendwann kommt der Tag, an dem Sie feststellen, das Ihr geliebter Vierbeiner nun doch langsam alt wird. Natürlich würde man am liebsten diesen Zeitpunkt nach ganz weit hinten legen, aber das kann man sich leider nicht aussuchen.  

Am besten ist es seinen Hund mindestens 1mal im Jahr vom Tierarzt durchchecken zu lassen und bei andauernden Veränderungen des Verhaltens des Hundes oder Krankheitserscheinungen erstmal vom Tierarzt abklären zu lassen, was los ist.  

Damit ihr Hund gesund alt wird ist es auch wichtig, das er nicht zu dick ist. Übergewicht ist für einen Hund genauso fatal, wie für den Mensch, nur weiß das der Hund nicht und so haben wir die Verantwortung über sein Gewicht zu wachen. 

Und natürlich ist Bewegung ein ganz großer Aspekt, damit die alten Knochen nicht einrosten, also rate ich immer dazu, den Hund altersgemäß zu bewegen. Meiner Meinung nach reicht es nicht mit dem Hund 3 mal am Tag mal eben um den Block zu laufen. Hunde sind Ausdauerläufer. Natürlich meine ich nicht den Marathon, aber einmal am Tag sollte schon ein Spaziergang von mindestens 1 Stunde drin sein. Das tut dem Hund sehr gut und hält ihn fit. Selbstverständlich muss man die Bewegung an sein eventuelles Krankheitsbild anpassen! Aber auch der Geist sollte gefordert werden und so kann man auch noch mit dem alten Hund seine über die Jahre gelernten Komandos und Tricks immer mal wieder üben. Sie werden sehen, das Ihr Liebling Spaß daran hat. 

 

Unsere liebe Gina ist ja nun im Mai schon 15 Jahre alt geworden und es stellten sich in den letzten 3 Jahren immer mal wieder kleine Zipperlein ein und wir haben natürlich die Veränderungen bemerkt. Sie braucht mehr Ruhe, schläft sehr viel, bei Spaziergängen schnüffelt sie lang und ausgiebig, sie spielt kaum noch, außer sie hat ihre 5 Minuten, die nun aber nur noch eine halbe Minute dauern ;) 

Es war für uns sehr schwer zu akzeptieren, das unser Ginchen nun eine Omi ist. Hat sie uns doch all die Jahre mit ihrer robusten Gesundheit mehr als verwöhnt. Gina war nie ernsthaft krank, außer als Welpe, bevor sie zu uns kam. Sie hatte aber auch so nur eine handvoll Infekte, die nun auch mal den robustesten Hund erwischen. Ja und bis auf ihren Kaiserschnitt mit gleichzeitiger Kastration war nie ein Eingriff nötig!

 

 

 

 

Aber jetzt kommen sie doch, die Alterszipperlein. Ein paar Wochen vor ihrem 14. Geburtstag war sehr auffällig, das sie bei unseren Spaziergängen immer langsamer wurde und auch sonst fiel auf, das sie in ihren Bewegungen nicht mehr so weich wirkte. In den letzten beiden Jahren hatte sie alle paar Monate immer mal 1 Woche, in der sie unrund lief, etwas steif wirkte, aber da sich das immer wieder legte, machten wir uns nicht allzu große Gedanken. In höherem Alter kann man sich ja auch schnell mal vertreten. Naja, aber diesmal war es anders. Als erstes merkte ich das etwas nicht stimmt als Gina einfach im Hof stand und einen Buckel machte, und das sie nicht gleich loslief, sondern sich irgendwie erst gedanklich drauf vorbereitete. Ich beobachtete Gina mit Argusaugen und dann kam die Nacht, inder sie auf einmal aufschrie. Wir stürzten nach unten und Gina lag auf ihrer Decke, aber sie machte sich ganz steif. Sie hatte ganz offensichtlich Schmerzen und so ließen wir Gina am nächsten Tag durchchecken, das war am 20.06.14. Naja und dabei kam heraus, das Gina an Spondylose leidet, das ist ein Sammelbegriff für degenerative Veränderungen der Wirbelkörper. Dabei bilden sich an den Wirbeln Zacken, die im Laufe der Erkrankung immer größer werden und letztlich ein oder mehrere Wirbelsegmente knöchern verbinden. Soweit ist es bei Gina zum Glück noch nicht, aber die Zacken an den Wirbeln verursachen natürlich Schmerzen, somit beginnen wir nun mit der Gabe von Schmerzmitteln, um ihr erstmal wieder Freude an der Bewegung zu geben und das Leben lebenswert zu erhalten. Wir werden weiter berichten, wie es Gina geht! 

 

 

 

 

Heute ist der 28.06.14 und heute war ich wieder mit Gina beim Tierarzt, um die Eindrücke der vergangenen Woche zu besprechen und zu überlegen, wie es weiter gehen wird.

 

Gina bekam in der letzten Woche Schmerzmittel, die ersten 3 Behandlungstage 2 verschiedene Schmerzmittel zur Akutbehandlung, dann nur noch 1. Wir merkten schon sehr bald, dass es Gina deutlich besser ging. Sie bewegte sich viel freier und nicht mehr so steif. Auch auf unseren Runden war sie wieder im Mittelpunkt und schlich nicht mehr hinterher, außer sie erschnüffelte etwas Interessantes. Zu Hause lag sie nicht mehr soviel auf ihrem Platz, sondern streifte auch wieder mit den anderen Hunden durch den Garten. Es war toll, sie so zu sehen! Einzig die Dosierung passte noch nicht ganz, da Gina ihr Schmerzmittel morgens bekommt und es leider nicht ganz 24 Stunden anhält. So beobachteten wir morgens bei Gina wieder diese Steifheit und den Schmerzbuckel.

In Absprache mit der Tierärztin bekommt Gina nun erstmal ein anderes Präparat, welches auch etwas verträglicher sein soll, als das Jetzige. 

Wir hoffen damit, Ihr so lang wie möglich ihre Lebensqualität zu erhalten und anscheinend sind wir auf einem guten Weg!   

 

Heute ist der 08.07.14

Gina geht es sehr gut mit dem neuen Schmerzmittel. Sie hatte seither keine Schmerzattacken mehr und bewegt sich viel freier. Auch morgens geht es ihr sehr gut, das heißt, das das Schmerzmittel gut 24 h abdeckt. Sie ist inzwischen wieder viel aktiver und auch bei den Spaziergängen ist sie jetzt auch mitten im Rudel zu finden. Es macht uns glücklich, unsere kleine Omi wieder so frisch zu erleben! <3

 

Heute ist der 26.07.14

Gina gehts soweit sehr gut. Sie hatte doch nochmal eine Schmerzattacke am 16.07., aber durch sofortige Akutbehandlung ging es ihr schnell besser. Soweit ich das beurteilen kann, ist sie die meiste Zeit schmerzfrei und bewegt sich schön weich. Ab und zu spielt sie auch wieder mit Amy :))) 

 

Heute ist der 06.09.14

Mal wieder ein kleines Update von Gina. Ihr gehts sehr gut und sie hatte erstmal keine weitere Schmerzattacke. Gina mischt wieder im Rudel mit und manchmal ermahnt sie sogar das junge Gemüse, wenns frech wird ;)

In den letzten 2 Wochen hatten wir ständige Wetterwechsel, die merken wir dann auch Gina an, aber im großen und ganzen läufts :) 

 

 

Eine liebe Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht, das ich schon lang nicht mehr über Gina berichtet habe, also will ich das schnell mal nachholen :)

 

Heute ist der 11.12.14

Nun haben wir schon Dezember und das Jahr neigt sich dem Ende. Der Winter scheint auch so langsam anzukommen, zumindest was die Temperaturen angeht. Gina hat mit dem kalten Wetter kein Problem, das ist ihr lieber, als das hin und her vor ein paar Wochen. Sie hatte toi toi toi bisher keinen Schmerzschub wieder und sogar ein paar Muskeln sind zurück an den Oberschenkeln. Durch die lange unentdeckte Spondylose hatte sie doch dort ganz schön abgebaut.  

Klar merken wir trotzdem ihr Alter und sie schläft recht viel, aber gehts raus - ist sie wieder sofort dabei :))) Auch ihr "Appetit" auf Essbares jeglicher Art ist ungebrochen.

Ich freu mich über jeden Spielanfall von ihr, auch wenn er nur 2min dauert, oder wenn wir unsere Kunststückchen üben, dann ist sie immernoch mit Übereifer dabei und will am liebsten alles auf einmal machen, ach meine kleene Omi :)))

 

 

Und das folgende Bild ist ein Schnappschuss von heute (11.12.14)  

 

 

 

 

Heute ist der 01.01.15 

 ....und das Alter hat doch auch seine positiven Seiten. Wir merkten es schon letztes Silvester, aber beim jetzigen Silvester wurde es klar. Gina hört die Raketen und Knaller nicht mehr, wenn sie im Haus ist und normale Geräusche das Haus füllen. Gina hatte sich all die vergangenen Jahre immer sehr aufgeregt, wenn die Knallerei meistens schon Tage vor Silvester los ging. Das war für Gina immer eine aufregende Zeit, weil sie sobald sie den ersten Knaller hörte, für Tage in Alarmbereitschaft war, und wehe es rummste oder zischte irgendwo. Sie empörte sich immer so sehr darüber, das sie jeden Knaller lautstark und böse verbellte. Meist zog das eine Kettenreaktion nach sich, denn wenn Omi anfängt zu bellen (Gina bellt so gut wie nie), muss es ja wichtig sein und alle Collies stimmten mit ein. Somit hatten wir am Silvesterabend immer unzählige Verbeller zu hören. Tja und das ist nun vorbei. Wir durften somit nun schon das 2. Jahr in Folge einen ruhigen Silvesterabend verleben und es war auch schön zu sehen, das es Gina damit viiieel besser geht und sie schlicht und ergreifend das Ereignis verpennt !  

 

 

Heute ist der 01.05.15 

 

Ich wollte mal wieder ein kleines Update von unserer Omi geben :)

Gina hatte vor 2 Wochen plötzlich eine ganz dick geschwollene Wange, nachdem sie den Tag zuvor über mehrere Stunden an einer Rinderkopfhaut herum genagt hatte. Die Schwellung war so stark, das sie schon halb das Auge zudrückte. Natürlich der 1. Gedanke - ein Zahn. Also gings ab zu unserer Tierärztin. Sie bestätigte den Verdacht, also was tun? Wir alle waren aber der Meinung, das wir ihr mit ihren fast 15 Jahren eine Vollnarkose soweit möglich ersparen wollen, demzufolge gabs erstmal Antibiotikum, um die Entzündung zum abklingen zu bringen. Glücklicherweise hatten wir damit Erfolg und die Wange schwoll ab. Da Gina ja weiterhin ihre Schmerztabletten gegen die Spondylose bekommt, war sie auch wegen der Schmerzen die die Entzündung verursachte abgedeckt. 

Toi toi toi, hat das gut funktioniert, denn wir hatten echt Angst um unsere Omi, wegen der Narkose. Wir hoffen, das die Entzündung nicht wieder kommt und Gina muss ab sofort auf so harte Kausachen verzichten! ;) 

 

 

Ende Mai 2015

 

Gina hatte mal wieder starke Schmerzen, nur diesmal im Hals-Schulterbereich. Sie konnte ihren Kopf nicht mehr drehen und wenn sie es doch tat, dann schrie sie auf. Also hieß es mal wieder ab zum Arzt. Dieses Mal sollten wir ihre Schmerztabletten wegen der Spondylose aussetzen, dafür bekam sie andere Schmerztabletten und Tabletten die die Gelenke geschmeidig halten. Damit hatten wir die Sache in ein paar Tagen wieder im Griff. 

 

 

Anfang Juni 2015

 

Es reißt nicht ab. Gina hat von heut auf morgen ein dick geschwollenes Vorderbein. Wahrscheinlich hat sie sich beim rausspringen aus dem Auto verletzt. Am Vortag ist sie nämlich recht forsch heraus gehüpft, obwohl sie eigentlich warten soll und ich sie dann heraus hebe. Aber der Übermut, ts ts, der ergreift auch manchmal einen alten Hund. Naja jedenfalls mussten wir sie ruhig halten und sie durfte erstmal nicht mit auf die großen Runden. Nach gut 2 Wochen war das Bein wieder ok und sie konnte wieder mitlaufen, was ihr immernoch sehr wichtig ist...........und uns auch! ;) 

 

 

September 2015 

 

Nach meinem Eintrag von Juni 15 überschlugen sich die Ereignisse. Gina sprang ja, wie geschrieben, übermütig aus dem Auto und stauchte sich dabei ihr Vorderbein, woraufhin sie erstmal 2 Wochen nicht viel laufen durfte und nur kleine Runden gehen durfte. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten war, das diese Verletzung der Anfang vom Ende sein würde.

 

Nach 2 Wochen ruhig stellen, war das Bein wieder abgeschwollen und Gina belastete es ganz normal, also dehnten wir die kleinen Runden auf etwas Größere, und leider schwoll das Bein nach ein paar Tagen wieder an. Hinzu kam, das Gina, bedingt durch die Spondylose ein steifes Genick bekam und den Kopf nicht mehr nach links drehen konnte. Aber die Verknöcherung findet ja nicht über Nacht statt und verursachte ihr große Schmerzen. Nach Rücksprache mit den Ärzten, wir hatten in der Zeit gleich 2 zur Hand, damit immer einer da ist, falls es akut wird, veränderten wir nochmal die Medikamente, in der Hoffnung, Gina irgendwie Erleichterung zu verschaffen. Aber leider stellte sich der gewünschte Erfolg nicht ein. Gina hatte Schmerzen, fast immer. Gina baute zusehends ab und eines Tages konnte sie nicht mehr ohne Hilfe aufstehen. Sie hatte keine Kraft mehr in den Hinterbeinen, also halfen wir ihr und begleiteten sie nach draußen zum lösen und danach wollte sie immer sofort wieder auf ihr Kissen. Nach einiger Zeit hatte sie auch keine Kraft mehr, sich beim lösen auf den Beinen zu halten und kippte weg und ein paar Tage später wollte sie garnicht mehr aufstehen und bekam Panik im Gesicht, wenn man sich ihr nur näherte, aus Angst man würde sie bewegen. Es brach einem das Herz.  

 

Der Zeitpunkt, bei dem wir wussten, Gina will nicht mehr, kam dann auch recht bald und zwar verweigerte sie das Futter. DAS tat Gina nie, nie in ihrem ganzen Leben. Futtern war ihre Leidenschaft und sie fras immer, egal wie krank sie war, was für einen Infekt sie hatte, oder sogar nach ihrem Kaiserschnitt, und nun?

 

Es war soweit. So zeigte sie uns unmissverständlich, das sie gehen wollte, also trafen wir für sie die schwerste Entscheidung, die ein Hundehalter für seinen geliebten Hund treffen muss. Wir ließen sie gehen, zu Hause, im Kreise ihrer Familie <3

 

Geliebte Gina, Du kamst ganz unverhofft in unser Leben im Oktober 2000 und wir verbrachten 15 tolle und unvergessliche Jahre mit Dir, vielen Dank dafür mein Baby.

 

 

 

                                          16.05.2000 - 29.07.2015