Collies vom Hallerhof
Aus Liebe zum Collie
<3

Krampfanfälle in unserer Zucht

Ich möchte mich gern zu dem Thema Krampfanfälle und Epilepsie hier auf meiner Homepage ausführlich äußern! 

Der Anlass hierfür ist ein weiterer Todesfall , der Tod von Ashlyn (Geraldine aus unserem G-Wurf) , nachdem schon Abanee aus unserem A-Wurf erlöst werden musste. Aber von vorn.

2016 am 13. Juni erreichte uns die Nachricht, das Abanee aus unserem A-Wurf in den frühen Morgenstunden gekrampft hatte. Es traf Abanees Besitzer und uns gleichermaßen und wir waren im Schock. Sofort holte ich Informationen ein, wie warum weshalb es zu Krampfanfällen kommen kann und informierte Abanees Besitzer darüber. Diese stellten Abanee auch direkt bei ihrem Hausarzt vor, und es wurde Blut genommen und Abanee körperlich untersucht. Nichts war auffällig und so hieß es erst einmal abwarten, ob sie nochmal einen Krampfanfall bekommen würde. Zunächst deutete nichts darauf hin. Abanee war wie immer. Leider blieb es nicht so und am 15.08.2016 krampfte Abanee erneut und dieses Mal gleich in Serie. 3 Anfälle in den frühen Morgenstunden und beim 3. Anfall gab Abanees Frauli ihr ein Notfallmedikament, um die Serie zu unterbrechen, was auch damit gelang. 

Abanee wurde abermals beim Tierarzt vorgestellt und nochmal Blut abgenommen, aber wieder war nichts auffällig. 

Am 03.10.2016 kam der nächste Anfall und so wurde beschlossen Abanee Antiepileptika zu geben.( Phenoleptil ) Abanee musste erst richtig eingestellt werden und so kamen die Krampfanfälle in kürzeren Abständen, man erhöhte die Dosis, um einen höheren Medikamentenspiegel zu erreichen und damit die Abstände wieder zu verlängern. Da dies nicht wirklich funktionierte kam ein 2. Medikament dazu ( Dibro). 

Abanee hatte weiterhin Anfälle meist 1 mal im Monat, manchmal lagen auch 2 Monate zwischen den Anfällen. An dem Tag als Abanee starb, hatte sie eine Anfallsserie und es half auch das Notfallmedikament nicht. Die Besitzer fuhren mit Abanee in die Tierklinik, aber da sie unterwegs fast dauerkrampfte ( Status Epileptikus ), erhöhte sich ihre Körpertemperatur so stark, das sie mit 43 Grad eingeliefert wurde und nicht mehr bei Bewusstsein war. Der Arzt in der Klinik riet davon ab, Abanee wieder aufwachen zu lassen, weil er irreparable Schäden befürchtete und so wurde Abanee erlöst. 

Diese Nachricht hinterließ uns im Schock! 

Ich fing an zu forschen. Was war der Grund für die Anfälle? Eine komplette Ausschlussdiagnostik wurde bei Abanee leider nicht durchgeführt und so blieben wir im Ungewissen. 

Als erstes setzte ich Abanees Eltern nicht mehr zur Zucht ein. Allerdings gab es vom A-Wurf 2013 einen Wiederholungswurf 2015, den C-Wurf. Diese Welpen von 2015 sind bis jetzt 2021 unauffällig. Und 2016, noch bevor Abanee anfing zu krampfen, hatten wir eine ungeplante Verpaarung, unseren E-Wurf, mit der Mutter von Abanee und unserem anderen Rüden. Die Welpen waren praktisch schon unterwegs und kurz vor der Geburt, als Abanee das erste Mal krampfte. 

Der E-Wurf 2016 war somit der letzte Wurf von Abanees Mutter und der C-Wurf 2015 war der letzte Wurf von Abanees Vater. 

Selbstverständlich informierte ich alle meine Welpenfamilien über Abanees Krampfanfälle. 

Der E-Wurf wuchs auf und die Babies zogen in ihre Familien, als uns 3 Monate später die Nachricht erreichte, das Yosh ( Edish ) einen merkwürdigen Zusammenbruch hatte und zwar sackte er mit den Hinterbeinen zusammen und diese zuckten. Sofort schrillten meine Alarmglocken. Konnte das jetzt wirklich sein? Ich fragte bei seinen Besitzern genauer nach, aber erst einmal schien es keinen Grund zu geben. Bei Yosh wurde aber eine Ausschlussdiagnostik durchgeführt und sein Arzt kam zu dem Schluss, das Yoshs Anfälle wohl von einem Impfschaden her rühren. 

Ich recherchierte natürlich weiter und es gab noch eine Gemeinsamkeit zwischen Abanee und Yosh. Beide bekamen Bravecto ( eine Anti-Floh- und Zeckentablette ), mehrmals. (Näheres zu diesen Tabletten finden Sie hier in meiner HP unter der Seite Gesundheit im Punkt 10, ebenso Informationen zu Epilepsie) 

Ich hatte aus dem E-Wurf meine Eda behalten, da es der letzte Wurf ihrer Mutter war. Unter dem Gesichtspunkt, was ich inzwischen wusste und in Erfahrung gebracht hatte, auch durch Gespräche mit Experten für Epilepsie, und das es bei Abanee und Yosh keine nachgewiesene genetische Ursache gab, machten wir, als Eda 2 Jahre alt war einen 1. Wurf mit ihr, unseren G-Wurf. Ich wählte eine Outcrossverpaarung, das heißt, der Rüde und Eda waren nicht verwandt, um eine größtmögliche genetische Vielfalt zu erreichen und genetische Krankheiten nicht zu begünstigen. Dies trifft auch für alle weiteren Würfe zu. 

Unsere G-Wurf Welpen wuchsen auf und zogen in ihre Familien. Selbstverständlich hatte ich auch hier allen Familien vorher erzählt, das wir 2 Welpen mit Krampfanfällen hatten. 

Im 2. Lebensjahr der G-Welpen erreichte uns die Nachricht, das Ashlyn ( Geraldine ) einen Krampfanfall hatte. Natürlich zog mir diese Nachricht erstmal den Boden unter den Füßen weg. Ich fragte vorsichtig nach, ob es mögliche Auslöser geben könnte. Ashlyn hatte eine Anti-Floh-und Zeckentablette bekommen ( Simparica, gleiche Wirkstoffgruppe wie Bravecto nur geringer dosiert ) und zusätzlich stand noch eine mögliche Vergiftung von Gras an einem frisch gedüngten Feld im Raum, was aber nachträglich revidiert wurde, und kurz darauf war der erste Anfall. Leider kamen ab dem Zeitpunkt die Anfälle regelmäßig und so wurde Ashlyn auf Medikamente eingestellt. Eine komplette Ausschlussdiagnostik gab es nicht. 

Ashlyn wurde in einer Anfalls-Serie erlöst! 

Das Jahr 2020 hielt leider noch mehr schlechte Nachrichten für uns bereit und zwar hatte Frieda aus unserem F-Wurf anfallsähnliche Krämpfe. Bei ihr wurde aber eine Infektion mit Anaplasmose und Toxoplasmose diagnostiziert und seither hatte sie diese Anfälle nicht mehr und Ida aus unserem I-Wurf hatte nach der 2. Gabe von Bravecto mit 7 Monaten 1 Krampfanfall. 

Also nochmal zusammengefasst! Bis auf Frieda, die krankheitsbedingt Anfälle hatte, haben alle anderen 4 Collies Bravecto oder Simparica bekommen, und diese teilweise schon als 4 Monate alter Welpe, und erst danach sind Krampfanfälle aufgetreten! 

Alle betroffenen Welpen haben unterschiedliche Eltern! 

Was sagt die Wissenschaft? 

Epilepsie ist keine Erbkrankheit! Aber es kann eine Anfallsneigung vererbt werden. Diese Anfallsneigung ist multifaktoriell, das heißt es sind laut Wissenstand mehrere Gene involviert sowie verschiedene Umwelteinflüsse. 

Könnte es nun sein, das diese Welpen von uns eine erhöhte Anfallsneigung vererbt bekommen haben und der Einfluss dieser Floh-und-Zeckengifte nun Anfälle auslöste? Ganz klar ja! Diese Möglichkeit besteht. Aber es besteht auch die Möglichkeit, das allein nur diese Gifte der Auslöser für die Anfälle waren, denn es steht sogar in der Packungsbeilage dieser Tabletten, das sie Krämpfe auslösen können. (siehe bravecto.de unter Gebrauchsinformationen)

Was kann ich als Züchter nun tun? 

Ich kann vor diesen Giften warnen. Gebt den Hunden keine Pestizide! Und schon garnicht oral! Jeder sollte wissen, das es nicht gesund sein kann, wenn man Gift schluckt. Wie heißt es so schön, die Dosis macht das Gift und vielleicht vertragen es die Hunde sogar jahrelang, aber irgendwann ist im Fettgewebe so viel Gift angereichert, das der Hund vielleicht keine Anfälle hat, aber dafür andere organische Probleme plötzlich auftreten, Krebs oder Geschwüre, Hautprobleme, Magen-Darm Probleme, Allergien usw. Und stellt Euch selbst die Frage, ob Ihr so etwas einnehmen würdet, um Mücken oder Zecken von Euch fern zu halten?


Für mich als Züchter gibt es noch andere Punkte zu bedenken! Das ist die Zucht an sich. Ist es mit dem momentanen Wissen vertretbar, ganze Linien aus der Zucht zu eliminieren? Nur Yosh hatte eine komplette Ausschlussdiagnostik, bei der das Ergebnis ein Impfschaden ist. Frieda hatte die Diagnose Anaplasmose und Toxoplasmose und jede Infektion für sich kann Anfälle auslösen. Und Abanee, Ashlyn und Ida bekamen Bravecto oder Simparica und danach traten Anfälle auf. 

Meine Zuchthunde sind alle gesund und nicht auffällig und auch deren Eltern und Großeltern usw nicht! Ich fand keinen Ahn, der an Epilepsie litt.

Cino ist inzwischen 13 Jahre. Er ist der Vater unseres A,B und C Wurfes. Amy ist 11 Jahre, sie ist die Mutter unseres A,C und E-Wurfes. Billie ist 10 Jahre alt und sie ist die Mutter unseres B,D,F und H-Wurfes. Djarvis ist 6,5 Jahre alt und ist Vater unseres D,E,F und I-Wurfes. Eda ist 5 Jahre alt und die Mutter unseres G und J-Wurfs und Faylie ist bald 4 Jahre und ist die Mutter unseres I-Wurfes.

Die Eltern der Welpen mit Anfällen sind jeweils unterschiedlich und wenn es nach einigen Personen ginge, müsste ich alle meine Zuchthunde aus der Zucht nehmen, ohne gesicherte Diagnose und nur auf einen möglichen Verdacht hin.

Versteht mich nicht falsch! Ich trauere um Abanee und Ashlyn (Geraldine) und wenn ich an sie denke bin ich immernoch traurig, denn sie sollten nicht so früh gehen. Ich wünsche mir für alle meine Babies ein langes und glückliches Leben! Ich züchte weil ich meine Hunde, die Rasse Collie, liebe und ich liebe jedes Baby, das mir in die Hände geboren wird und das ich mit all meiner Kraft, Sorgfalt und Fürsorge groß ziehe und ich will ganz sicher nicht, das sie vorzeitig sterben! Ich kommuniziere alles offen und verstecke nichts! Inzwischen kann ich allerdings nachvollziehen, warum einige Züchter nicht sagen, wenn es in ihrer Zucht Hunde mit Krampfanfällen gibt oder gab, denn man wird schnell als fahrlässig und schlechter Züchter hingestellt! Und wehe man versucht sachlich zu bleiben und hat plausible Argumente, um zu begründen warum man so handelt wie man es tut. Klar ist es einfach für einen Außenstehenden zu sagen, das man sofort alle Eltern betroffener Hunde aus der Zucht nehmen soll. Und für diese Leute spielt es auch keine Rolle warum der Hund gekrampft hat. Für mich als Züchter ist es aber sehr wichtig und spielt eine große Rolle! Es ist für mich nicht nur eine rein emotionale Entscheidung! Ich verstehe aber natürlich, das dieses Thema sehr emotional belastet ist. Unser erster Hund Keks hatte auch Krampfanfälle, die durch eine Vergiftung hervor gerufen wurden und ich weiß, wie schlimm das alles sein kann! Aber kopflos einfach Linien zu kappen ohne gesicherte Diagnose und Vielleichts, das wäre aus züchterischer Sicht dumm, denn mit Sicherheit gab es in jeder Linie schon mindestens 1 krampfenden Hund. Die Auslöser für Krampfanfälle sind komplex und diese zu finden ist eine schwierige Aufgabe. Auch deshalb hat man bisher nur für bestimmte Epilepsieformen in bestimmten Hunderassen z.B. die Gene entdecken können, die eine brisante Rolle spielen. Aber, es gibt einfach auch ganz viele Auslöser von Krampfanfällen ohne das eine erhöhte Anfallsneigung vorliegt. Siehe in der Seite Gesundheit unter Punkt 10. 

Dennoch werde ich weiter nach Informationen suchen und mich auch weiter bei Spezialisten informieren und ich hoffe einfach auf die Wissenschaft und die Forschung. 

Wer Fragen hierzu hat, kann sich gern bei uns melden!



Ich bitte zu diesem Thema auch noch die nächste Unterseite zu lesen: Wirkweise von Bravecto und Co ( Fluralaner )